Drogen im Musikbusiness
Die Überschrift verspricht womöglich mehr als es tatsächlich zu erzählen gibt. Ja, es gibt tatsächlich Drogen im Musikbusiness. Das kann man jeden Tag in der Zeitung lesen. Die Amy Winehouses und Pete Dohertys sind wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs. Aber wie sieht das in Deutschland aus? Naja. Unter den Musikern wird sicherlich gekifft, was das Zeug hält. Oftmals gehört es zum guten Ton, am Abend nach einem Tourkonzert im Hotelzimmer zu sitzen und einen Joint zu teilen. Spannend wird es für einen Musiker immer dann, wenn die Band an der holländischen Grenze spielt. Aber dann ist doch meistens keine Zeit für eine Schmuggelaktion.
Auf der anderen Seite sinkt die Stimmung rapide an dem Punkt der Tour, an dem das Gras ausgeht. Da beginnen Bands oftmals sich zu streiten. Hauptbahnhöfe werden krampfhaft nach lokalen Dealern durchsucht. Man gibt sich mit Hochpreisigem minderer Qualität zufrieden.
Neben Marijuana gibt es noch andere Substanzen, die ihre Anwendung finden. Ich bin zwar nie Heroin begegnet, aber Kokain ist definitiv drin. Bei Musikern sowie im Business. Aufgrund der Gesetzeslage findet das natürlich versteckter statt als der Cannabiskonsum. Diverse Menschen haben ihre Karriere mit Kokain zerstört. Der Suchtfaktor ist hoch und die Nebenwirkungen sind nicht zu vernachlässigen. Manch einer gibt sicherlich sein gesamtes Vermögen für das weiße Pulver aus.
Auf der anderen Seite muss man auch erwähnen, dass sehr viele der deutschen erfolgreichen Künstler völlig drogenfrei sind. Bands wie Silbermond sind da vorbildlich und gönnen sich maximal ein Becks. Auch die Campinos und Farins haben ihre Exzesse lange hinter sich gelassen. Die erfolgreichen Geschäftsleute in der Musikbranche lehnen Drogen ebenfalls häufig ab. Zurecht. Das Konsumieren kostet Zeit, Energie und Geld. Wer erfolgreich sein will, steckt diese lieber in seine Arbeit.
Es scheint also so, als ob es eher die kleinen unbekannten Bands sind, die den lieben langen Tag im Proberaum sitzen und die Tüte herumreichen. Die Tourtechniker und Roadies, die sich zur Entspannung abends noch einen Joint gönnen. Ansonsten bleibt es beim Alkohol, der dafür aber mitunter exzessiv konsumiert wird.
Danke für den Artikel. Schafft auch mal Klarheit! So erlebe ich es auch tagtäglich. War schon mit einer Vielzahl an Musiker unterwegs und habe verschiedene Seiten kennengelernt.
Zum einen jene welche schon richtige Junkies sind und dann die anderen welche wirklich für die Musik arbeiten und die Finger davon lassen. Da wird man auch mal komisch angeschaut, und manchmal auch als, nicht richtiger Musiker, abgestuft. Doch wieso? Um Musiker zu sein, muss ich keine Drogen nehmen. Lieber arbeite ich an mir selber. Und ich habe auch schon so manches Elend gesehen auf der Bühne. Da hat die Musik unter Drogeneinfluss stark gelitten.
Wenn man die Autobiographie von Miles Davis liest oder auch eine von Eric Clapton, hat man gute Beispiele, was so passieren kann, wenn man sich den Drogen hingibt.
Zudem weiss ich selbst, wie anstrengend manche Konzerte sein können. Da muss ich einen klaren Kopf behalten um Abläufe usw. nicht zu verpassen. Wäre ich da mit Drogen zugedröhnt, würde so manches schief gehen. Daher verzichte ich auf dies.
Und die meisten Musiker nehmen die Drogen um der Einsamkeit zu entfliehen. Einen kurzen Moment der Glücksgefühle zu erleben um nachher wieder die nackte Realität vor sich zu haben. Nein danke, so was hat man nicht nötig.
“Es scheint also so, als ob es eher die kleinen unbekannten Bands sind, die den lieben langen Tag im Proberaum sitzen und die Tüte herumreichen.”
Dieser Satz hat mir gefallen
kann es bestätigen. Das habe ich selber auch schon gesehen und sehe es noch heute. Und auch an gewissen Ausbildungsstätten, stehen ganz andere Sachen im Vordergrund, statt die Musik?!
Dave - 12.11.2009 um 09:03 |
Ein Bekannter von mir, der sehr viel auf Tour ist und auch schon einige teils problematischen Drogenexzesse hinter sich hat, sagte mir mal: Musiker nehmen Drogen, weil sie sich so viel langweilen. Die Zeit zwischen Soundcheck und Stage Time. Die Zeit zwischen Proben für den TV-Gig. Die Zeit nach dem Konzert und vor der Abfahrt. Usw.
Ich glaube, würde ich Drogen nehmen, dann wahrscheinlich wegen den Dingen, die ich hier erzähle. Die permanente Mischung von Beruf und Privatem. Der ständige Druck, die Nummer eins Single zu schreiben und dem Hype gerecht zu werden. Die Unaufrichtigkeit vieler, mit denen Du zusammenarbeitest. Das viele Hoffnung machen und Versprechen ohne Substanz. Das Fehlen einer Vorausplanung, wenn auch nur für zwei Wochen. Die offensichtliche Inkompetenz vieler Beteiligten (insbes. in der Vermarktung von Musik).
Gründe gäbe es viele.
derwahrheit - 12.11.2009 um 13:51
Na ja das mag wohl auch stimmen, dass man die Warterei überbrücken möchte mit Drogen. Wobei ich selber auch diese Warterei kenne. Mir kam es aber nicht in den Sinn Drogen zu nehmen. Denke da spielt auch die Persönlichkeit eine grosse Rolle.
Auf alle Fälle denke ich gibt es wirklich genug Musiker, welche es auch ohne Drogen schaffen. Und es geht tatsächlich.
Dave - 12.11.2009 um 22:09 |
Hey, was ist los hier. Mensch bin ich dicht. Hab gerade 6 Wochen Wartezeit vor dem Gig. Rülps …
Unbekannte Band - 18.11.2009 um 19:06 |
[...] Über Drogen im Musikbusiness [...]
That’s a Wrap! « Der Wahrheit in die Musikbusiness - 24.5.2010 um 10:56 |