Was willst du eigentlich?

Musik machenDie zentrale Frage, die sich jeder Musiker stellen sollte, ist: „Was ist mein Ziel?“

„Ich will Musik machen.“

Dann mache Musik. So einfach ist das. Keiner hindert dich daran. Dazu brauchst du auch erst mal niemanden. Aber auch eine Band zu gründen ist nicht schwer. Freunde bieten sich immer an. Viele Bands entstehen durch Anzeigen in Fachzeitschriften oder auf Websites. Die Mitglieder meiner Band hatte ich spielen sehen und danach einfach angesprochen. Sie haben mitgemacht. Bis heute.

„Ich will vor Leuten spielen.“

Das ist heutzutage auch kein Problem. Ein Demo, Bilder und eine Bandbiografie reichen häufig aus. Es ist erstaunlich, wie viele untalentierte Bands regelmäßig Auftritte haben. Also darauf kommt es kaum an.

„Ich will Frauen beeindrucken.“

Gib’s zu. Das ist doch das, was du willst. Dazu brauchst du aber nicht einmal eine Band oder ein Konzert. Während ich noch Single war, hatte ich bei jeder Privatparty meine Gitarre dabei. Meist reichte schon ein Stück aus, um die anwesenden Frauen zu beeindrucken. Ich würde ohnehin behaupten, dass auf großen Konzerten nur diejenigen Frauen auf dich warten, an denen du nicht interessiert bist. Jedenfalls ist ihr Anteil sehr groß.

Abgesehen davon musst du nicht einmal Musiker sein, um Frauen zu imponieren. Ein Freund von mir erzählt neuen weiblichen Bekanntschaften regelmäßig, dass er als Müllmann arbeitet. Und sie stehen trotzdem auf ihn.

„Ich will reich werden.“

Dann solltest du erst recht nicht Musiker sein. Es gibt kaum Geld zu verdienen in diesem Geschäft. Und der Trend geht weiterhin abwärts. Ja, es gibt ein paar deutsche Musiker, die reich sind. Aber dann kannst du genauso gut Lotto spielen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es dich trifft, ist nämlich ähnlich gering. Studiere lieber etwas Sinnvolles und arbeite in dem Bereich. Dadurch wirst du reicher als als Musiker.

„Ich will berühmt werden.“

Kann ich nachvollziehen. Erkannt werden. Auf der Gästeliste stehen. Autogramme geben. Es gibt natürlich auch Schattenseiten, und für Berühmte sind die oft größer als die Vorteile: Man kann nirgendwo mehr hingehen ohne angesprochen zu werden. Permanent wird man beobachtet. Es wird geflüstert. Man darf nichts falsch machen. Niemand lernt einen mehr als normale Person kennen. Man ist immer nur der berühmte Musiker. Sonst nichts. Wie eng kann eine neue Freundschaft dann noch werden? Neid im persönlichen Umfeld, in der Familie. In schlimmen Fällen wird man von unbekannten, angeblich verwandten Menschen mit Geldwünschen belästigt. Wer berühmt ist, hat oft weniger Freunde als derjenige, der nicht berühmt ist. Und es wird schnell klar, dass sich die Anerkennung der Menschen auf den kleinen Teil bezieht, der von einem in den Medien zu sehen bzw. zu hören ist. Von mir als Künstler wissen die doch wenig. Du solltest dich also fragen: Geht es dir um Anerkennung generell und aus welchem Grund fehlt dir diese?

Wenn du dennoch denkst, dass du das alles willst und brauchst, wirst du dir trotzdem die folgende Frage stellen müssen: „Brauche ich dazu wirklich die Musikindustrie?“ Um reich zu werden brauchst du sicherlich die Hilfe aus Teilen der Musikindustrie. Aber vor dem Hintergrund der aktuellen Veränderungen in der Branche würde ich kaum noch jemandem empfehlen, den traditionellen Weg des gesignten Künstlers zu gehen. (Um die Alternativen wird es in diesem Blog noch gehen.)

4 Gedanken zu “Was willst du eigentlich?

  1. „Aber vor dem Hintergrund der aktuellen Veränderungen in der Branche würde ich kaum noch jemandem empfehlen, den traditionellen Weg des gesignten Künstlers zu gehen“

    So sieht es aus!

  2. Hi, mein Name ist Chris, es ist nicht alles schlecht. Warum! weil es um das aller wichtigste geht… es ist die Liebe zur Musik selbst. Ich habe viele Situationen erlebt und stimme dir in einigen Kommens zu. Ich bin seit über 35 Jahre in diesem Geschäft unterwegs habe viele der hier genannten Situationen selber mitgemacht. Dennoch habe ich meine Aufgabe als Musiker immer geliebt. Einsam war es mir natürlich ebenfalls wie so viele andere. Natürlich sollte man hier nicht vergessen welcher Ausgangspunkt jeder einzelne Musiker vorerst hatte. Ich für meinen Teil bin mir immer treu geblieben und Arbeite weiter als Musiker bis meine zu gehen. Kurz um deine Seite und Kommst von anderen Mitwirkenden finde ich super. Es bit nicht wie Menschen mit denen mann über dies und das offen und respektvoll reden kann. Herzlichst Chris.

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