Eine Liste der Beteiligten

SpotlightHier ist eine Liste der wichtigsten Beteiligten in der Musikbranche. Im Detail werde ich unter den kommenden Kategorien „Menschen“ und „Institutionen“ noch einzeln auf sie eingehen. Aber hier ist erst einmal eine Übersicht:

Musiker

Klar. Die Musiker machen die Musik. In den meisten Fällen zumindest. Manchmal stehen sie nur zum Playback auf der Bühne und sehen gut aus. Das Gegenstück dazu sind die Musiker, die nur in Studios sitzen und für andere das einspielen, was diese nicht selbst spielen können. Aber im Idealfall ist der Musiker der Künstler, der die Musik macht und auf den Bildern zu sehen ist.

Manager

Manager sind dafür da, die Interessen der Musiker gegenüber den anderen Parteien zu vertreten. Ich schreibe „sind dafür da“, weil sie das oft nicht tun und dafür eher den eigenen Interessen nachgehen. Dazu später mehr. Im Idealfall halten sie alle Stränge zusammen und sorgen dafür, dass alles reibungslos funktioniert und zumindest der Künstler sich auf seine Kunst konzentrieren kann.

Produzenten

Produzenten schaffen das musikalische Produkt. Sie setzen die Idee des Künstlers in eine vermarktbare Aufnahme um.

Songwriter

Man mag es nicht glauben, aber sehr viele berühmte Künstler schreiben ihre Songs nicht selbst. Nicht einmal die absolut coole Rockband, die sich angeblich selbst über viele Jahre hochgespielt hat, schreibt alle ihre Stücke selbst. Dafür gibt es Songwriter, die meist herangezogen werden, wenn der Hit fehlt. Viele der deutschen Hits werden übrigens von schwedischen Songwritern geschrieben.

Plattenfirmen („Labels“)

Plattenfirmen leben momentan hauptsächlich davon CDs zu verkaufen. Da wir alle wissen, dass immer weniger Leute CDs kaufen, sind diese Unternehmen am ehesten von der aktuellen Entwicklung bedroht. Plattenfirmen bezahlen aber in der Regel auch das Marketing und die Promotion, also das, was den Künstler bekannt macht. Deswegen wollen so viele Künstler einen Plattenvertrag.

Verlage

Ein Verlag verwaltet die Urheberrechte des Künstlers. Der Künstler tritt einen Teil (meist 40%) seiner GEMA-Einnahmen an den Verlag ab. Theoretisch sorgt dann der Verlag dafür, dass die Kompositionen des Künstlers veröffentlicht werden, z.B. durch eine Plattenfirma oder aber auch in Werbeclips, auf Compilations usw. Praktisch jedoch machen das die Verlage nicht, zumindest nicht für einen eher unbedeutenden Künstler. Was ein Verlagsdeal also für einen Sinn macht, darüber werde ich auch noch später schreiben.

Booker

Eine Booking-Agentur besorgt Auftritte für den Künstler. Entweder sie versucht, eigene Konzerte des Künstlers auf die Beine zu stellen, oder sie steckt den Künstler ins Vorprogramm eines bekannteren Künstlers.

Veranstalter

Der Veranstalter bucht den Künstler für ein Konzert in seiner Location. Oftmals über eine Booking-Agentur.

Promoter

Promoter versuchen den Künstler in ein Medium zu bringen, durch das er von vielen Menschen gehört bzw. gesehen wird. Es gibt Radiopromoter, TV-Promoter, Presse- und Online-Promoter.

Anwälte

Ab einem gewissen Punkt wird niemand mehr etwas tun, ohne einen laufenden Vertrag mit dem Künstler zu haben. Dazu braucht man Anwälte. Tipp an alle Musiker: Immer einen erfahrenen Musik-Anwalt nehmen! Auch wenn das etwas kostet. Über Verträge und Anwälte wird es auch noch einen Blog-Eintrag geben. Eine interessante Beobachtung am Rande: Der Anwalt verdient übrigens immer Geld, egal ob es gut oder schlecht läuft.

Fans

Ich brauche nicht zu sagen, wer die Fans sind. Entsprechende Blog-Einträge zu den Fans wird es auch geben.

Vertrieb

Der Vertrieb stellt das physikalische Produkt (CD) in die Läden.

Es gibt noch viele andere Rollen und Beteiligte, die aber nicht eine so riesige Rolle spielen, dass ich sie hier separat aufliste. Zum Beispiel der Mischer, der Fotograf, der Website-Programmierer, das Presswerk, der Musikvideo-Regisseur uvm. Wenn Ihr mehr zu denen wissen wollt, hinterlasst hier einen entsprechenden Kommentar.

4 Gedanken zu “Eine Liste der Beteiligten

  1. Zunächst vielen Dank für Deine hervorragenden Artikel!
    Ich bin zwar Musiker, nicht aber im großen Geschäft, sondern im ganz Kleinen.. liegt vermutlich auch an meiner Musikrichtung. Mir gefällt es aber so auch besser! (=
    Da ich aber als Eventfotograf sehr viel Kontakt zu Künstlern im Musikgeschäft habe, fällt mir immer mehr auf, dass diese evtl. gezwungenermassen auf alle Beteiligten verzichten und selber in deren Rollen schlüpfen. Mein Eindruck ist, dass vor allem auch Geld eine große Rolle spielt, um im Musikgeschäft erfolgreich zu werden. Wenn ich mir den kommerziellen Bereich genauer ansehe scheint es mir auch, als wäre immer nur ein bestimmter Typ gefragt, der dann vermarktet und „ausgeschlachtet“ wird, unabhängig von dem, was er/sie eigentlich kann. Mit Soft- und Hardware kann man sicherlich jeden zum Sänger machen. Das alles bringt mich aber auch zu dem Schluß, das die von Dir genannten Beteiligten letztlich die Fäden in der Hand haben und den/die Musiker dirigieren. Das was ich mir als Musiker vorstelle scheint dann auch keine große Rolle mehr zu spielen, wenn ich in dieser Maschinerie stecke. Könnte man das so sehen? Man muss sich ja quasi auf all die o. g. verlassen und ihnen vertrauen. Das wird dann aber schwer, wenn auf einmal der „Goldrausch“ ausbricht, oder?

    • Es ist interessant, dass Du das ansprichst, denn über all diese Punkte – auch Geld – werde ich hier noch schreiben. Generell denke ich, ja, diese Firmen und Konzerne haben dank ihrer Finanzkraft noch einen gewissen Einfluss. Diese Finanzkraft nimmt aber momentan ganz rapide ab. Die Major Labels sind finanzell am Ertrinken und müssen daher sparen. Auf der anderen Seite merken sie, dass man sich im Internet die Fans nicht erkaufen kann (siehe auch http://sethgodin.typepad.com/seths_blog/2009/06/youre-boring.html ). Und da sind die Fans ja mittlerweile. Außerdem haben viele Leute diese Konserve auch satt. Die Halbwertszeit von DSDS-Gewinnern liegt mittlerweile bei einer Woche. Die Single Top Ten sagt nichts mehr über den Musikgeschmack der Deutschen aus. (Kaufst Du Singles?)

      Das ist also eine Chance für den Musiker, der das alles selbst macht. Man kommt so heute sicherlich weiter als noch vor ein paar Jahren. Aber einfach ist es dennoch nicht. Leider.

  2. Ich glaube meine letzte Single, die ich gekauft habe, war noch vinyl. (= In diesem Jahr habe ich 5 oder 6 CD’s im „Plattenladen“ meines Vertrauens gekauft. Vor 8-10 Jahren habe ich bestimmt 3-4 CD’s im MONAT gekauft. Eher mehr als weniger. Jetzt tendiere ich stark dazu, die Musikportale zu nutzen, um meine gewünschten Alben zu erwerben. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Musik ist für mich als Konsument günstiger und ich kann sogar die Songs eines Albums nach „gut und schlecht“ selektieren und dabei evtl. nochmal sparen.
    Was meine eigene Musikproduktion angeht, bin ich der Allrounder, der versucht, alle Wege alleine zu gehen. Mein Ziel ist es aber auch nicht, „groß-raus zu kommen“, sondern eine kleine Hörerschaft zu erschließen, die soviel Freude an meiner Musik hat, wie ich, während ich sie produziere. Somit bleibt das ganze für mich weitestgehend stressfrei. Außerdem macht es mir persönlich so auch mehr Spaß. Dabei habe ich festgestellt, dass auch alles viel leichter ist, wenn man es nicht direkt als „Big-Business“ betreibt. Das hängt natürlich weitestgehend von den Zielen der einzelnen Künstler ab.

    • Ich glaube, das ist auch gesünder. So wächst Deine Fangemeinde auch organischer. Und solltest Du zufällig mal einen Hit schreiben, wird man ohnehin auf Dich aufmerksam werden.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s