Und plötzlich wird alles fallengelassen

MusikerIn der Musikbranche sucht man gerne nach Entschuldigungen, nicht arbeiten zu müssen. Denn Backstage mit den Künstlern Bier zu trinken ist harte Arbeit! Aber Spaß beiseite, ich spreche nicht von den zwei Wochen zur Jahreswende, in denen man vergeblich versuchen kann irgendjemanden zu erreichen. Ein bisschen Urlaub hat sich ja jeder verdient. Nein, gemeint sind Veranstaltungen wie die (mindestens dieses Jahr tote) Popkomm, die Midem, für manche die Musikmesse, für die Internationalen das SXSW. Als Künstler sollte man schon mal einrechnen, dass zum Beispiel während der Popkomm niemand weiter produzieren, managen oder promoten wird. Denn so ein Event wie die Popkomm verlangt die gesamte Aufmerksamkeit der Musikbranche. Schließlich lässt es sich schlecht arbeiten mit einem Kater von all dem Gratis-Alkohol, den es auf der Party am Abend zuvor gab.

Kurz gesagt: Als Künstler in diesen Kreisen sollte man sich darauf einstellen, dass man alle paar Wochen auf Eis gelegt wird. Ein befreundeter Künstler wartet bereits seit zwei Jahren auf seine Albumveröffentlichung. Die reine Netto-Arbeit, die für diese Veröffentlichung nötig war, beträgt sicherlich nicht mehr als drei Monate.

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Die Deutschen, das Radio und neue Musik

DiskokugelAus dem Spiegel, Ausgabe 17, 21.4.2008:

„Im Durchschnitt beträgt die Mediennutzung der Deutschen ca. 8 Stunden. 36% (ca. 3 Stunden) entfallen dabei auf das Radio. Drei Viertel der Radionutzung erfolgt nebenbei. […] [Thomas Niebuhr] spielt bekannte Hits, nichts hassen die [Durchschnittsdeutschen] mehr als ein unbekanntes Lied, sie wollen nicht irritiert werden.“

Der Vertrieb

So wirklich viel weiß ich über Vertriebe nicht, ehrlich gesagt. Das ist ja auch eine aussterbende Abteilung. Vertriebe bringen die CDs in die Läden. Früher gab es ja noch viele kleine Plattenläden, in denen die Kunden nach neuer Musik suchten. Da war das sicherlich noch eine spannende Aufgabe. Mittlerweile findet aber so gut wie alles in den Mediamärkten dieses Landes statt (und vielleicht noch ein paar CDs bei Schlecker), und auch dort werden die CD-Abteilungen immer kleiner. Weiterlesen

DSDS und die Musik der Superstars

MikrofonDie Gewinner von „Deutschland sucht den Superstar“ nehmen in der Regel ein Album auf, das dann mit ziemlicher Sicherheit prompt auf Platz eins der Charts landet. Man stellt sich vor, dass der neu gekürte Superstar sich nach seinem Gewinn hinsetzt und die Songs für sein Album schreibt, dann ins Studio geht und es aufnimmt. Wenn das allerdings so wäre, würde das Album womöglich ein halbes Jahr später rauskommen und man würde sich gar nicht mehr erinnern, wer das denn war. Weiterlesen

Abhängigkeiten und 1:n-Beziehungen

AbhängigkeitenDer Wahrheit über den Verträge in die Musikbusiness: „Wenn du nicht unabhängig bist, bist du abhängig.“ Viele Musiker sehen in Verträgen oft ihren Einstieg in das Musikbusiness. Verträge sind verbindlich, das Wort „Vertrag“ klingt schon professionell und schließlich kann man ab sofort sagen: „Wir sind bei XY unter Vertrag.“ Je weniger Verträge man hat, allerdings, desto besser. Warum? Weiterlesen