Heads of Agreement

Kommt der Tag, an dem man als Künstler einen Vertrag abschließen soll, wird man oft mit dem Satz „Wir machen erst mal ein Head of Agreement“ konfrontiert. Gemeint ist damit, dass man erst mal eine abgespeckte Version des Vertrages mit den „wesentlichen“ Punkten macht, um zumindest etwas auf Papier zu haben. Das mag den Anschein haben, dass so eine Vereinbarung weniger verbindlich ist als ein richtiger Vertrag. Das ist definitiv nicht der Fall! Es gilt wie immer und auch anderswo erwähnt: Keine Unterschrift ohne Anwalt!

Obwohl die Head of Agreement Methode gängig ist – wahrscheinlich um dem Künstler das Gefühl zu geben, dass er noch nicht sein Leben aufgibt – ist sie unnötig und auch nicht ratsam. Die meisten Verträge sind in ihrer Gesamtheit zu bewerten. Auch wenn es den Anschein erweckt, dass es ausreicht, erst mal nur die „wichtigen“ Dinge zu klären, sind es doch die kleinen Punkte, die sich zu größeren Nachteilen entwickeln können. Dazu kommt, dass im Head of Agreement oftmals nur die Pflichten des Künstlers geregelt sind und nur wenig über seine Rechte gesprochen wird.

Der Abschluss eines Heads of Agreement setzt voraus, dass man sich später noch einmal hinsetzt und einen ausführlichen Vertrag macht. Man hat also doppelte Anwaltskosten und streitet sich womöglich zwei Mal. Und im schlimmsten Fall erzielt man beim Vertrag dann keine Einigung. Das kommt vor. Mein Tipp: Gleich einen richtigen Vertrag machen. Oder eben das Head of Agreement so ausführlich gestalten, dass man es auch gleich Vertrag nennen könnte.

4 Gedanken zu “Heads of Agreement

  1. Oh ja… Heads of AgroSchiebung.
    So einen Vertrag braucht die Welt nicht.
    Hab ich auch noch in 2 facher ausführung als Tapete wenn ich mal demnächst Tapezieren werde.
    Heads of Agreement (Exclusiver Lizenbeteiligungsvertrag) Nichts halbes und nichts ganzes. Bloss nicht unterschreiben wenn Ihr nichts davon versteht was da steht und ohne Anwalt erst recht nicht wenn Ihr was aus Euch hält.
    Hier ein Tip von mir. Macht keine halben sachen. Fordert gleich was richtiges & Fight for your Right. Im Musicbusiness verkauft man oft seine seele und mit Heads of Agreement fängt es an. Wenn Euer vertragspartner bei Euren forderungen zicken sollte, dann steht auf, und geht. Macht keine halben sachen. Think Big und verkauft Euch nicht unterm Wert.

    • Die Heads of Agreement, die ich gesehen habe, waren beidseitig von Anwälten geprüft und von den Mandanten unterschrieben. Was daran „rechtlich nicht bindend“ sein soll, ist mir nicht klar. Mit solchen Fehleinschätzungen kann man sich u.U. ganz schöne Probleme aufhalsen.

      Genau um das Problem, dass ein Head of Agreement rechtlich genauso bindend wie ein voller Vertrag ist, geht es ja in dem Artikel.

  2. Kann ich alles nachvollziehen, aber ich finde, es gibt auch einen Aspekt, der andersherum läuft: Im HoA sieht man klar und deutlich auf einer Seite welche Rechte übertragen werden, wie lange und wo das läuft und was man dafür bekommt. Es gibt kein „Kleingedrucktes“. Die ganzen Formulierungen in den ausführlichen Versionen verklausulieren oft versteckte Pflichten und Nachteile, über die man sich sonst mit dem reinen HoA immer noch streiten bzw. einigen könnte. Oft bleibt es auch einfach beim HoA, obwohl natürlich immer drunter steht, dass es eine „Long Version“ geben soll. Richtig ist, bis dahin ist es rechtlich bindend.

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