Musikvideos

Musikvideos sind ein wichtiges Promotioninstrument für Musiker. Denn eins ist klar: Die Menschen interessieren sich nicht nur für die Musik selbst, sondern auch für die Menschen, die dahinter stecken. (Auch wenn das viele Nachwuchsbands nicht wahrhaben zu wollen scheinen.) Viele Menschen sind visuell und das Musikvideo ist die beste Methode, Bild und Musik zu verknüpfen. Ohne Musikvideos hätte es diverse Musiker – etwa Peter Gabriel oder Dire Straits – sicher nicht in diesem Bekanntheitsgrad gegeben.

Wie wir schon wissen, ist der Großteil der kommerziellen Musikbranche in diesen Zeiten hängen geblieben. Und deshalb wird immer noch sehr viel über teure Musikvideos gesprochen. Ich kenne deutsche Bands, die heute noch 25.000 Euro für ein Video ausgeben, das dann nirgends läuft. Denn wie wir auch wissen, gibt es (außer mit YouTube und Co.) keine Plattform mehr für diese Musikvideos. MTV und Viva spielen nur noch sehr wenig Videos und wenn, dann auch nicht von Newcomern. Es lohnt sich schlicht nicht mehr, so viel Geld für ein Musikvideo auszugeben.

Schade eigentlich, könnte man meinen, denn wir erinnern uns alle an die tollen Videos der Vergangenheit. Wer jetzt ein tolles Video macht, bekommt – wenn’s hoch kommt – ein paar Tausend Views auf YouTube, abgesehen von ein paar viralen Musikvideos, die nicht die Regel sind. Und das macht auch keinen mehr berühmt. Erstaunlicher- und glücklicherweise machen die Bands und Regisseure unvermindert weiter. Selbst die bekannten Regisseure wie Michel Gondry drehen unter Klagen übers Budget dennoch weiterhin Musikvideos. Nachwuchsregisseure nutzen das Format für ihr eigenes Portfolio.

Den einschlagenden Effekt wie früher hat das Musikvideo nicht mehr, aber es kann sich dennoch lohnen, für ein kleines Budget ein Video zu drehen. Viele Leute entdecken Bands übers Netz und ein Video kann oftmals überzeugender sein als nur ein MP3. Ob es irgendwann eine Alternative zu den Musiksendern geben wird, steht in den Sternen. Da ist noch abwarten angesagt.

Vertraglich ist übrigens gängig, dass sich Plattenfirma und Künstler die Kosten für ein Musikvideo jeweils zur Hälfte teilen. Der Musikeranteil wird wie der Vorschuss mit den Lizenzen verrechnet, man muss also kein Bargeld auf den Tisch legen. Allerdings kann das die Verkaufszahlen bis zum Break-Even stark in die Höhe treiben, vor allem wenn das Video teuer ist. Gerade dann, wenn man selbst die Hälfte zahlt, sollte man auf den Inhalt sowie die Finanzierung des Videos Einfluss haben und auch aktiv nehmen.

Linktipp für Musikvideos:

http://videos.antville.org/

Update: Diese Jungs zeigen zum zweiten Mal, wie man es macht:

3 Gedanken zu “Musikvideos

  1. Also ich denke das der Trend in Richtung videos wieder kommen wird. Alleine die stetig wachsenden möglichkeiten Videos überall portabel mitzunehmen und auch anzuschauen siehe ipod und co. Die budgetierung ist dabei allerdings ein Problem … Dennoch glaube ich dass man selsbt mit beschränkten Mitteln ein ordentliches und professionell wirkendes video produzieren kann.

    Gruß Andi

    • definitiv. ich habe low-budget und no-budget videos gesehen, die super waren. es findet hier ja dann sozusagen eine darwinsche auswahl statt. videos, denen eine tolle idee zugrunde liegt, werden sich weiterverbreiten. dagegen werden langweilige videos – wenn auch teuer produziert – verschwinden. ich freue mich jedenfalls darauf.

  2. Hey derwahrheit,
    Ich habe auf deiner Seite keine mailadresse gefunden. Ich finde deine Artikel echt interessant. Du gibst wirklich super Denkanstösse!

    Ich wollte dich fragen ob du Lust hast einen Gastartikel auf meinem Blog zu veröffentlichen? Oder ob es möglich wäre mal ein Interview mit dir zu führen ich denke das wäre sicher sehr informativ. Natürlich kannst du dabei incognito bleiben.

    Wenn du Interesse hast melde dich mal bei mir unter mail [at] guitarguy.de

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