„Einfach mit Live-Gigs Geld verdienen“

Ich muss immer ein bisschen schmunzeln, wenn irgendein Blogger schreibt: „Musiker sollten ihre Musik umsonst hergeben und dafür von ihren Live-Gigs leben.“ Ich hatte gerade erst wieder eine Email-Konversation mit einem Konzertveranstalter, die ungefähr so verlief:

Veranstalter: Hallo Band, wir würden Euch gerne für ein Festival in XXX buchen. Der Termin wäre YYY. Bitte nennt uns doch Eure Gagenvorstellung.

Ich: Am YYY könnten wir spielen. Was könnt Ihr denn zahlen?

Veranstalter: Wir könnten Euch 150 EUR zahlen. Wäre das für Euch kostendeckend?

Ich: Wenn wir nach XXX fahren müssen, liegen unsere Kosten bei mindestens 250 EUR. Und dann hätten wir noch nichts verdient.

Veranstalter: Ich kann Euch 200 EUR anbieten. Aber mehr ist da leider nicht drin. Das Budget ist nicht sehr groß.

Und so geht das bei fast allen Anfragen. Diese Konzerte finden dann einfach nicht statt mit uns. Hin und wieder hat ein Veranstalter auch Geld – z.B. wenn es sich um eine Firmenveranstaltung, einen Parteitag oder eine Gala handelt, wo man ohnehin nicht spielen möchte – aber „davon leben“ bedeutet etwas anderes. Das mag für Radiohead funktionieren, für uns jedenfalls nicht.

21 Gedanken zu “„Einfach mit Live-Gigs Geld verdienen“

    • Hallo ich singe schon richtig lange ich kamn sehr gut singen und ich gebe auch manchmal konzerte und ja ich will beim singen weiter kommen . Ich möchte singen und dabei auch noch Geld verdienen .
      Wie könnte ich damit Geld verdienen ??

  1. ein nette Veranstalterreaktion ist auch: „Was bringt es mir, euch auftreten zu lassen? Wie viele Karten kauft ihr mir ab?“

  2. Mir ist bei solchen Aussagen, wie „man soll auftreten und die Songs kostenlos anbieten“, mittlerweile das Schmunzeln vergangen. Richtig sauer werde ich, wenn so ein dappicher Pirat behauptet, es gäbe kein geistiges Eigentum.

    Naja. das ist eben die heutige Mintnahmementalität….

  3. Naja. Wenn eine Band Gagen von EUR200 angeboten kriegt, sagt das etwas über den wirtschaftlichen Wert der Band aus. Ein Veranstalter muss wirtschaftlich rechnen – das begreifen viele Band nicht. Das geht ihnen nicht in den egozentrischen Musikerkopf (bin auch Musiker).

    Wenn eine Band noch beim „Wirtschaftlichkeitslevel EUR200“ steht (also noch keine Fans hat), hat die Band noch viel zu tun in Sachen Fan-Arbeit, natürlich gutes Songmaterial, Marketing (Web, Social Media, klassisch) etc. Konkret sollte die Band da noch keinen Grössenwahn entwickeln und auf diesem Level davon leben wollen.

    Man muss um die EUR200 dankbar sein (sorry), denn diese waren ein Geschenk des Veranstalters, wenn ihr dem Veranstalter kein wirtschaftliches Plus bringt.

    • Selten so einen unterbelicheteten Riesenscheißdreck gelesen!

  4. Natürlich soll ein Veranstalter wirtschaftlich denken, und wenn er das nicht tut, dann gibt’s den Veranstaltungsort auch nicht mehr. Da gebe ich Sam Recht.

    Aber auch ich als Musikerin muss wirtschaftlich denken und wenn meine Fahrspesen die Gage auffressen, dann kann ich das vielleicht noch akzeptieren in meinen 20-er Jahren meinetwegen. Aber irgendwann ist doch dann einfach Schluss mit diesem Null-Summen-Spiel. So zumindest habe ich es für mich entschieden. Jeder kann das selber für sich entscheiden.
    Ich führe meine Musik gerne dort auf, wo es auch estimiert wird. Deswegen sind für mich private Engagements viel lukrativer, und das überhaupt nicht nur aus finanzieller Sicht.

    Dass ich einem Veranstalter nur 200 Euro wert sein soll, sagt im übrigen noch lange nichts über meine Qualität oder die Grösse meiner Fangemeinde aus. Wir lassen uns gerne einschüchtern von klugen Rechnern, werden unsicher in userer Arbeit, nur weil es sich bei den Veranstaltern eingebürgert hat, dass man Bands unterbezahlen kann. Wie ist das bei Feelancern aus anderen Bereichen, z.B. IT, Grafik etc.? Wer arbeitet da für so wenig Geld und ist dann noch dankbar, dass er überhaupt ausgenützt werden durfte? So denke ich jedenfalls.

    Sam sagt, dass es sein kann, dass man einem Veranstalter keinen wirtschaftlichen Vorteil bringt. Versteh ich nicht! Hat denn der Veranstalter nicht selber entschieden, ein Musiklokal zu führen? Wer ein Musiklokal führt, der muss halt Bands bei sich auftreten lassen und die auch zahlen, oder etwa nicht? Müssen die Musiker seine Werbung zahlen? Es gibt auch für den Veranstalter ein unternehmerisches Risiko. Manche Bands bringen nicht so viel ein, andere wiegen es dann wiederum auf. Ist bei einem Laden auch so. Starke Produkte finanzieren die Ladenhüter quer.

    • wer glaubt musik machen wäre arbeit, der lebt in der (leider heute normalen) welt der gehirnwäsche. musik bringt die menschheit nicht weiter (das war einmal, als musiker noch ihren kopf riskierten um botschaften zu vermitteln). euer tun ist nichts weiter als unütz und dient nur alleine der unterhaltung und bespassung der tittitainment gesellschaft in der es kaum einen horizont gibt, wie schlecht es in der welt wirklich zu geht.

      ihr so genannten musiker werdet alle aussterben, so wie auch die MI, denn es wird immer leichter für JEDEN musik zu machen und sich daran zu erfreuen – euer status ist pseudo, aufgrund biochemischer prozesse im gehirn, die jeder mensch durch einfaches singen oder pfeifen herbeiführen kann (pfeif dir was!).

    • Die blöden Kommentare von manchen Veranstaltern gehen mir schon lange auf den Keks. Musik ist doch euer Hobby, da könnt ihr auch umsonst spielen. Viele Wirte wollen durch uns Geld vedienen, aber nicht dafür bezahlen. Oft sollen wir das finanfzielle Risiko tragen, indem wir nur das verlangte Eintrittsgeld erhalten – also nurll Risiko für den Veranstalter.

  5. @aleksz:

    Ein Musiker muss eben wirtschaftlicher denken, als nur seine Seite zu sehen. Ein Musiker muss ein „kluger Rechner“ sein und kalkulieren, wie ein Gig zu einer Win-Win-Situation für beide Seiten führt. Da hört das Rechnen bei vielen schon auf.

    Die meisten Bands verstehen es, wenn man es genug simpel macht: sie würden kostenlos vor einem 10-Millionen-TV-Publikum auftreten. Irgendwie ahnen sie dabei, dass man mehr aus einem Auftritt zurück kriegt (wenn man sich dessen bewusst ist – und nur dann) als die Gage.

    Ich plädiere überhaupt nicht dafür, dass Bands für EUR200 vor 10 Zuhörern spielen sollten – keineswegs! Aber ein Auftritt ist ein Pitch um Fans, Aufmerksamkeit, eine Gelegenheit, positiv hervorzustechen! Da muss ein geeignetes Publikum da sein – natürlich – überall für nichts soll keiner spielen gehen. Wenn man für EUR200 spielt, dann muss auf einer anderen Schiene was zurück kommen.

    Ein Veranstalter soll nicht schlechte ziehende Bands quersubventionieren! Er soll Bands engagieren, die dafür gearbeitet haben, dass wenn ihr Name da steht, das Publikum kommt. Eine solche Band kanb dem Veranstalter locker vorrechnen, dass die Gage höher sein könnte. Oder den häufig angetroffenen Weg von Grundgage und Umsatzbeteiligung gehen – Win-Win für beide Seiten, wenn die Band ihre Fan-Arbeit gemacht hat und der Ort in der Zielgruppen-Region liegt.

    • das ist natürlich alles ein bisschen vereinfacht. niemand wird den 10-millionen-gig ablehnen. die bands bzw. ihre plattenfirmen, die so ein angebot haben, legen ja häufig noch jede menge drauf für eine gute bühnenshow.

      aber in vielen fällen wissen weder veranstalter noch bands, wie viele leute tatsächlich kommen werden. ein veranstalter kann wohl kaum einschätzen, wie gut das marketing der band funktioniert hat. und eine band wird auch kaum wissen, ob in der 500km entfernten kleinstadt genügend leute kommen, wenn sie da nicht schon war. und dann spielen auch noch dinge wie wetter, konkurrenzveranstaltungen, wochentag oder sogar fernsehprogramm eine rolle.

      die bereits erfolgreichen bands haben das problem natürlich nicht. aber von denen sprechen wir ja nicht.

      (wobei selbst vermeintlich erfolgreiche bands immer wieder mal vor 20 leuten stehen…)

    • Diesen Verantstalter entfehle ich einen Psychiater mit einer vollen döhnung Risperidon und Pipameron wenn er der meineung ist das Musiker nicht mehr bezahlt werden sollen es reicht langsam das andere mir der Musik anderen das große Geld machen wollen und der Musiker lehr aus geht. Baster das ist mein Komentar !!!!!!!!!!!!!!

  6. Hallo Leute, ich fand euren Thread interessant. Im Seminarbereich gibt es fast die gleichen Probleme: 1. Veranstalter zahlen zu wenig. 2. Seminarsprecher werden aufgefordert selbst Tickets abzukaufen.

    Im Seminarbereich erlebe ich jetzt, dass viele Seminarleiter selbst zum Veranstalter werden auf eigene Kosten und eigenes Risiko. Kommen viele Leute, macht man ein fettes Plus, kommt niemand, bleibt man auf seinen Kosten sitzen.

    Sicher ist es einfacher sich ins vom Veranstalter gemachte Nest zu setzen, aber dann auch zu dessen Konditionen (der rechnet ja selber sein Risiko gegen den möglichen Gewinn). Bei einem erfolgreichen Event kommt man da als Band mit 200 Euro Gage (ist ja ein Witz das „Gage“ zu nennen – das sind ja eher Almosen) sicher schlechter weg als der Veranstalter.

    Also warum nicht mal den eigenen Kopf ins Marketing stecken und auf eigene Rechnung arbeiten!? Vielleicht tut man sich auch mit mehreren Bands zusammen und macht ein Event – jede Band lädt ihre Fans ein – so wird das im Seminarbereich oft mit Erfolg gemacht.

    Vielleicht könnt ihr ja aus meinem Kommentar ne Anregung aufgreifen – fänd ich toll!

    • das ist sicherlich die konsequenz. letztendlich müssen die musiker selbst zum veranstalter werden. und damit auch zum promoter etc. das ist unterm strich die aussage dieses blogs.

    • das mit selber veranstalten ist die einzig annehmbare Lösung für „kleine“ Bands.

      sehe ich an uns selber. früher mit einer alten Band haben wir an jedem kleinen Fest für kleine Gagen gespielt umd schlussendlich auf 0 zu sein. Mit der neuen BAnd haben wir gesagt, wir spielen nur noch Gigs die uns auch Spass bereiten und dort ist es uns auch egel, wenn unterm Strich nichts übrig bleibt.
      Haben dann zu Beginn direkt ein paar Konzerte als Veranstalter durchgeführt. Dieses Geld konnte dann in die erste CD aufnahme gesteckt werden und seit dem (4 Jahre) läuft alles selbstfinanzierend. wir veranstalten ein Konzert pro jahr selber, haben mitlerweile 2 CDs raus spielen die restlichen Konzerte die uns Spass machen gegen Spritkohle und haben weder Plus noch Minus…

      Ein selbstfinanziertes Hobby sozusagen, was will man mehr.

  7. Es gibt auch Bands die Auftritte für Lau machen. Oft sind es hier unerfahrene Teenager die eh ihr Taschengeld von den Eltern bekommen oder Bands aus Berufstätigen, die gerne in ihrer Freizeit auf der Bühne stehen. Und so gibt ea dann auch Veranstalter die wenig bis nichts bezahlen wollen und natürlich soll sich die Band dann komplett um die Werbung kümmern.

    Also wer nur 200,- Euro für eine Band ausgeben will, der sagt schon etwas über sich als Veranstalter als über die Bands die er buchen will. Ich kenne Veranstalter die sagen klipp und klar sie zahlen nicht mehr weil sie auf deren Dörfen die Hütte auch mit der Schulband von nebenan voll bekommen. Andere Veranstalter haben sich einen guten Ruf erarbeitet, wollen und können nahmhafte Bands für gutes Geld an den Mann bringen.

    Der Preis den ein Veranstalter für eine Band zahlen möchte liegt weniger an der Band als an ihm selbst.

    Ansonsten muss jede Band und Musiker selbst wissen ob sie sich billig prostituieren wollen oder angemessen ihre Kunst präsentieren möchten.

  8. Naja kommt eben drauf an, was man für Musik macht. Es gibt einfach Sparten, in denen einfach nie etwas verdient wird/ist weil Sie einfach nicht dem Mainstream entsprechen!

    Da muss man schon aufpassen für was man das macht, sonst wird das nichts aus der Musikkarriere.

  9. Hallo ich heiße Hümeyra, und bin 13 Jahre alt ich kann sehr gut singen besser gesagt bin talentiert beim singen und ja ich gebe manchmal auch Konzerte usw und ja ich will beim singen einfach weiter kommen . Ich möchte singen und dabei Geld verdienen . Aber wie?

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