Fans

Fans sind die Basis des kommerziellen Erfolgs eines Künstlers. Sie kaufen die Musik, kommen auf Konzerte, machen Stimmung, promoten den Künstler, leiten die Fanclubs, helfen bei Votings, tragen Informationen zusammen, bilden Streetteams und vieles mehr. Kurzum, sie machen mehr als der Künstler oder sein direktes Umfeld jemals tun kann.

Ab einem gewissen Punkt des Erfolgs macht sich dann verständlicherweise Kopfschütteln breit. Warum nehmen Fans hunderte von Kilometern Fahrt auf sich, um ihren Star zu sehen? Warum fahren sie ihm auf der gesamten Tour hinterher? Warum nisten sie sich schon um 6 Uhr in der Früh vor der Konzerthalle ein und stehen dann stundenlang in der Kälte, nur um dann einen kurzen Blick oder ein Autogramm zu erhaschen?

In Unterhaltungen mit solchen Hardcore-Fans wurde mir klar, dass es ihnen kaum um die Musik oder die Persönlichkeit des Künstlers geht. Sie wollen einfach jemand Berühmtes sehen und sich mit ihm oder ihr schmücken. Mitschüler würden sie beneiden, ein Autogramm steigere ihr Ansehen bei den Freunden.

Die Geschichte der Fans ist uralt. Zahlreiche Studien haben sich mit Phänomenen wie Prügeleien unter Fußball-Fans und dergleichen befasst. Man kommt zu dem Schluss, dass ein Mensch durchaus sein Ansehen bei seinen Mitmenschen verbessern kann, indem er eine Assoziation zum Erfolg anderer herstellt. Es heißt: „Wir haben gegen die brasilianische Mannschaft gewonnen!“ Aber in Wirklichkeit ist das ja anders: „Das deutsche Fußballteam hat gegen das brasilianische Team gewonnen.“ Es ist oft besser, sich von Misserfolgen zu distanzieren. Diese Studien zeigen auch, dass der Drang nach Identifikation mit Berühmtheiten umso größer ist, je geringer der Selbstwert der jeweiligen Person ist.

Für den Musiker mit ein bisschen Erfolg ist das ein Dilemma. Sie hätten gerne spannende, gutaussehende, coole Fans, die ihnen hinterherrennen. Aber es sind meistens die kleinen dicken Teenie-Mädels aus einem kleinen Dorf, die stundenlang für ein Autogramm anstehen oder jedes Konzert der Tour besuchen. Nicht nur das. Dies sind auch diejenigen Fans, die alles dafür tun, um den Künstler noch größer und noch berühmter zu machen. Künstler sind also gut beraten, sich um diese Fans zu kümmern. Die bekannten Bands in Deutschland betreiben alle sehr intensive Fanarbeit. Sie beantworten die meisten Anfragen, sie nehmen sich Zeit für Autogramme und sie unterstützen die Fanclubs. Jeder aufsteigende Künstler sollte sich davon etwas abschneiden.

2 Gedanken zu “Fans

  1. Hey aber nicht alle oder ich Michael Jackson Konzet besucht weil die Musik geil ist und weil ich ihn sehen wollte😉

  2. ich finde es sind einige gute punkte im artikel. vor allem beschrieben wird der typ „ultra fan“. ich finde es gibt noch viele andere typen fans. erwachsene fans und teenie fans zb., oder sogar jene die zu festivals gehen der musik wegen. nicht wegen dem ausnahmezustand-camping feeling. manche suchen die nähe zum künstler. manche genießen auf distanz, und konzentrieren sich mehr auf das produkt: die musik, die texte. manche fans sind bereit bei einem online voting mitzuvoten, weils gefällt, aber sonst nicht viel für die band zu tun. manche sind bereit, oder wollen für musik zahlen weil sie sie schätzen und die kohle haben. manche haben kohle und finden musik ist nichts wert….

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