Der Beruf des Musikers

Wir sprechen hier hauptsächlich von Karrieren im Popmusikbereich. Sicherlich gibt es Sparten wie Death Metal oder Dub Step, in denen man sich einen Namen machen kann. Das funktioniert dann ein bisschen anders. Oftmals ist die Promotion dann sogar einfacher, weil es einschlägige Magazine oder Websites gibt, mit der man einen Großteil der Sparte erreicht. Populäre Musik ist für die Masse. Das ist schon schwieriger, weil sich die Masse mittlerweile stark über die Nischen verteilt.

Als Musiker muss man aber nicht eine Solokarriere oder die Karriere in einer eigenen Band verfolgen. Es gibt Alternativen:

  • Live-Musiker: Man wird für Live-Konzerte gebucht. Wird man für eine ganze Tour gebucht, kann das mitunter einigermaßen lukrativ sein (sofern man sich nicht wie viele unter Wert verkauft). Und es macht Spaß. Man ist unterwegs, trifft viele Menschen, macht Musik, und insbesondere hat man keine Verantwortung über das Gesamtprodukt. Man muss sich keine Sorgen machen, ob genügend Leute kommen. Es ist relativ egal, wenn sich der Frontmann oder die Frontfrau lächerlich macht. Man spielt, hängt abends noch im Hotel herum und fährt am nächsten Morgen in die nächste Stadt.
    Die Konkurrenz in diesem Bereich ist allerdings sehr groß. Erfahrungsgemäß bekommen nur diejenigen die guten Jobs, die ein großes Netzwerk pflegen und sich auch für kleinere oder schlechter bezahlte Gigs nicht zu schade sind. Zuverlässigkeit ist natürlich ein Muss.
    Oftmals wird vom Geldgeber (z.B. die Plattenfirma des Künstlers) nur ein Bandleader engagiert. Der stellt dann die restliche Band zusammen. Es gibt erstaunlicherweise in Deutschland nur wenige Bandleader, die aber die meisten großen Jobs an Land ziehen. Im Fernsehen und auf den großen Bühnen sieht man daher immer wieder dieselben Musiker. Wer hier rein will, sollte sich gut mit diesen Leuten verstehen.
  • Playback-Musiker: Für das Fernsehen und andere Playback-Konzerte werden immer wieder Playback-Musiker gesucht. Oft läuft das über Agenturen. Es gibt auch einzelne Leute aus der Branche, die sich mit dem Vermitteln von Playback-Jobs ein bisschen Geld nebenher verdienen. Es ist von Vorteil, wenn man sein Instrument spielen kann. Und man sollte gut aussehen und sich an die Anforderungen anpassen können. Man macht aber nicht wirklich Musik. Und gerade im Fernsehen gibt es unglaublich lange Wartezeiten, in denen man einfach nur herumhängt und nichts zu tun hat.
  • Studiomusiker: Studiomusiker sind diejenigen, die die Aufnahmen einspielen. Oftmals für Einzelkünstler, in seltenen Fällen aber auch für Bands, die ihre Instrumente nicht so gut beherrschen, dass es für eine CD reicht. Beliebt sind Schlagzeuger und Gitarristen, aber auch Keyboarder, die die MIDI-Spuren einspielen. Man muss kreativ genug sein, um die teilweise unspezifischen Wünsche der Produzenten umzusetzen. Insbesondere Schlagzeuger müssen verschiedene Stilrichtungen spielen können. Sauber auf Klick zu spielen ist ein Muss. Auch hier gilt: Zuverlässigkeit ist die halbe Miete. Der Rest ist Glück, die richtigen Leute zu kennen und Flexibilität in der Preisgestaltung, weil das Budget immer unterschiedlich sein kann. Gängige Gagen sind 100 EUR bis 250 EUR pro Song.
  • Musiker in einer Cover-Band: Das könnte auch unter „Sparte“ laufen, wobei es in Deutschland unglaublich viele Cover-Bands gibt. Oft fernab der großen Städte, weil da ja sonst keine Berühmtheit vorbeischaut. Einige dieser Bands sind professionell in dem Sinne, dass alle Musiker davon leben. Das ist ein Job wie jeder andere: Man spielt mehrmals die Woche von 20 Uhr bis 2 Uhr nachts die aktuellen Chart-Hits sowie die ewigen Klassiker. Man muss Stimmung machen, auf jedem Konzert alles geben. Viele Musiker gehen zwar mit einem guten Gehalt nach Hause, sind aber nach ein paar Monaten ziemlich ausgebrannt. Insbesondere die Sänger leiden auf Dauer darunter. Jeden Abend 4-6 Stunden lang die berühmtesten Rocknummern zum Besten zu geben geht auf die Stimme. Von daher sind viele Cover-Bands eine Art Firma, in der Musiker kommen und gehen. Ich kenne Cover-Bands, in der ihre Mitglieder alle paar Jahre komplett ausgetauscht werden. Nicht einmal die Gründer sind noch dabei. Der Name, das Konzept und der Bekanntheitsgrad ist alles, was bleibt.

Es gibt noch so viele andere Möglichkeiten: Orchestermusiker, Musiker in einer Theatergruppe, Straßenmusiker usw. Aber das sprengt den Rahmen dieses Bologs. Eins ist klar: Es muss nicht immer Rockstar sein.

2 Gedanken zu “Der Beruf des Musikers

  1. Ja und dann gibt es solche, die sich auch Jahrzehnte lang immer als Live-Musiker auf den Bühnen zeigen und tatsächlich nur Playback gehopse machen. Oft gesehen bei den modernen Volksmusikanten und neuen Schlagersängern, aber auch bei gewissen, so genannten Poptitanen. Das traurige an dieser Sache ist, diese oft Un-Musiker, machen das richtig große Geld.😦

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s